Zwei Freischreiber-Mitglieder erhalten ÖAW-Stipendien

Erstmals vergibt die Österreichische Akademie der Wissenschaften vier Stipendien für Wissenschaftsjournalismus, um JournalistInnen die Möglichkeit zu geben, sich vertieft mit wissenschaftlichen Themen auseinanderzusetzen – ohne zeitlichem und finanziellem Druck. Wir freuen uns, dass die Stipendien an vier freie JournalistInnen – Valentine Auer, Benjamin Breitegger, Uli Jürgens und Katharina Kropshofer – vergeben wurden.

Zwei der StipendiatInnen sind zudem Mitglied der Freischreiber Österreich: Unter dem Arbeitstitel „Rom*nja: Kein Leben im Verborgenen“ recherchiert Valentine Auer aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive zum Kampf um Anerkennung heimischer Roma und Romnja. Obwohl Roma und Romnja seit 1993 eine anerkannte Volksgruppe in Österreich sind, werden sie medial vor allem als Opfer oder als Täter*innen dargestellt. Mit ihrer Recherche will Auer daher AktivistInnen der Roma-Community sichtbar machen. Durch Videostatements dieser politischen AkteurInnen soll ein Archiv historischer und aktueller Kämpfe von Roma und Romnja entstehen. Gleichzeitig sollen nicht nur individuelle Erzählungen fokussiert werden, sondern auch der Mikrokosmos Stadt als Ort, der Teilhabe und Rechte ermöglichen kann. In einer multimedialen Geschichte werden diese zwei Themenstränge verknüpft.

 


Freischreiberin Valentine Auer (Fotocredit: ÖAW/Hinterramskogler)

 

Benjamin Breitegger befasst sich unter dem Arbeitstitel „Stadt und Land im Fluss: Wie wollen wir leben?“ mit der Frage, wie sich Österreich angesichts aktueller Herausforderungen wie Klimawandel, Verstädterung und Landflucht verändert. „Ich werde durchs Land reisen, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen und große Umbrüche anhand kleiner Veränderungen beleuchten“, sagt Breitegger. Dabei möchte er nicht nur Probleme, sondern auch Perspektiven und Lösungen aufzeigen.

 


Freischreiber Benjamin Breitegger (Fotocredit: ÖAW/Hinterramskogler)

 

Die Auswahl der StipendiatInnen erfolgte durch eine Jury aus VertreterInnen der ÖAW, vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ, dem Presseclub Concordia sowie den Wissenschaftsredaktionen von APA und Ö1. Die Stipendien sind jeweils mit 4.000 Euro dotiert und laufen zwei Monate lang.

Als Freischreiber unterstützen wir diesen sehr lobens- und nachahmenswerten Ansatz, dass speziell Freie durch Stipendien gefördert werden. Wir gratulieren den StipendiatInnen und wünschen ihnen viel Erfolg bei der Recherche!